Aus der Pfarrei


Pastorin Claudia Edelmann feierlich verabschiedet

Abschiedsgottesdienst in der Duderstädter St.-Servatius-Kirche / Originelle Abschiedsgeschenke

 

Duderstadt. Eichsfelder Mettwurst hat Pastorin Claudia Edelmann, damals als sie nach Duderstadt kam, überhaupt nicht gekannt. Dies hat sich nach 20 Jahren im Eichsfeld geändert. Welche Spezialität es in ihrem neuen Wirkungskreis in Banteln geben wird, wird sie demnächst herausfinden. In einem feierlichen Gottesdienst wurde sie in der evangelisch-lutherischen Duderstädter St.-Servatius-Kirche verabschiedet.

Es war die ganzen zwei Stunden spürbar, wie schwer ihr der Abschied von ihren Gemeinden in St. Servatius und Heilig Geist Hilkerode fiel, die sie fast acht Jahre lang parallel betreut hatte. „Ich hoffe, dass der Schatz der Ökumene, der so viele Perlen zum Vorschein gebracht hat, nicht wieder verschwindet“, sagte sie. Die Beziehung zu den Menschen war ihr immer besonders wichtig. „Beziehungen, die nicht gepflegt werden, verkümmern“, warnte Edelmann. Die Pastorin bedankte sich bei ihren Gemeindemitgliedern dafür, „dass sie meine Schwächen ertragen und meinen Stärken Raum gegeben haben“.

 

Klarheit und Geradlinigkeit

 

André Dittmann, der stellvertretende Superintendent des Kirchenkreises, hob besonders die Klarheit und Geradlinigkeit seiner Kollegin hervor. „Das Evangelium in die Form der Lebenssituation eines Menschen hineinzubringen, das ist dir sehr gut gelungen“, gab er Edelmann mit auf den Weg.

Ihr den Abschied nicht ganz leicht machen zu wollen, dies hatte sich der Hilkeröder Bürgermeister Michael Skupski, der stellvertretend für alle Bürgermeister sprach, fest vorgenommen. Er hob die ausgesprochen gute Zusammenarbeit hervor. Und obwohl er die Beweggründe verstehen könne, bedauere er ihren Weggang doch sehr.

Eine Schatzkiste bekam die scheidende Pastorin von Siegfried Herschel aus dem Vorstand der katholischen Kirche in Hilkerode überreicht. Unter anderem darin zu finden: Ein Schmunzelstein – und Weihrauch. „Ich habe im Vorfeld einer gemeinsamen Veranstaltung einmal vorgeschlagen, Weihrauch aufsteigen zu lassen. Daraufhin haben Sie gesagt, das ist mir zu katholisch. Und wir haben es nicht gemacht“, erzählte Herschel und schmunzelte dabei.

Damit die Kirchengemeinde in Hilkerode nicht so schnell in Vergessenheit gerät, hatten sich die stellvertretende Vorsitzende Ilse Keller und ihre Mitstreiter etwas sehr Originelles überlegt und schenkten Edelmann ein handbemaltes Teeservice. Und da man bei einer entspannten Tasse Tee vielleicht auch gern in einem Fotoalbum blättert, gab es dies mit Impressionen der vergangenen gemeinsamen Jahre gleich noch dazu.

Pastorin Christina Abel, mit Edelmann zusammen in Duderstadt tätig, wird ihre Partnerin vermissen. Sie bescheinigte ihr Klarheit und Struktur, dazu absolute Treue und Zuverlässigkeit. „Du verstehst deinen Beruf als Berufung. Für diese Strahlkraft danken wir dir“, so Abel. Mit dem Pastorenehepaar Edelmann wird auch ein Stein umziehen. Ein Stein aus St. Servatius, der ursprünglich ein Stück einer Säule war. „Er hat 100 Jahre hier geschlummert und darauf gewartet, dass er mit nach Banteln umziehen darf. Auch du warst eine Säule dieser Kirche“, lobte Abel ihre Kollegin. Geldblüten („keine Angst, es sind echten“) bekam sie auch noch, um sich in ihrer neuen Heimat etwas Blühendes für den Garten zu besorgen, um ein „Rauslocken von der Arbeit“ sicherzustellen.

 

Gespräch bei kühlem Getränk

 

An die Luft lockte die scheidende Pastorin nach dem Ende des Gottesdienstes noch die Besucher des Gottesdienstes, um bei einem kühlen Getränk noch das eine oder andere Gespräch zu führen. „Der Gottesdienst war genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte“, erzählte sie. Hatte sie zu Hause bei der „Generalprobe“, wie sie zugab, noch ein paar Tränen verdrückt, war es an diesem Sonntagnachmittag nur ein kleiner Frosch, der ihr hin und wieder im Hals steckte.

 

Sie erreichen die Autorin per E-Mail an v.schwarze@goettinger-tageblatt.de.

 

Quellenangabe: Eichsfelder Tageblatt vom 17.08.2020, Seite 7


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